Briedel


woher kommt der Name - was bedeutet er
 

Über die Herkunft und die Bedeutung des Namens Briedel haben wir noch keine eindeutigen Hinweise. Sicherlich ist der Name römischen, vielleicht sogar schon keltischen Ursprungs, denn schon aus dieser frühen Zeit ist die keltisch-treverische Besiedlung durch Fundstücke belegt. Verschiedene Fachbücher über Namenkunde führen die verschiedenen Schreibweisen teils vollständig auf, enthalten sich aber meistens eines Übersetzungs- / Deutungsversuches.
Der Name des Ortes Briedel entwickelte sich in den Urkunden von beispielsweise: 748 = Bredaculo, 893 = villa bredaillio, predalium, Predalio, Brehdhal, Bridel, Brydal, Breddell, Bridell und weitere Schreibweisen bis zum heutigen Briedel.
Die älteste und gebräuchlichste Namensübersetzung für Bredaculo geht auf das römische Wort „praedolium = Landgut" zurück. Da im Bereich von Briedel mehrere römische „villa rustica" sowie eine römische Töpferei nachgewiesen wurden, hat diese Deutung sicherlich einen Sinn, wenngleich es Landgüter ja auch in den anderen Moselorten gab.
Die zweite, öfter genannte Version kommt zu der Übersetzung als Breittal. Sicherlich ist das Tal zwischen Briedel und Pünderich etwas breiter und steigt beiderseits flach an ohne dass ein ansonsten an Mittel und Untermosel üblicher steiler Prallhang direkt am Flussufer aufsteigt. Der alte Ortskern lag nicht wie jetzt in dem durch zwei Steilhänge eingeengten Talabschnitt, sondern nördlicher in dem weiteren Tal gelegen. Hier am Brerdelbach wurden auch die Reste einer längeren römischen Wasserleitung gefunden, die sicherlich eine römische Siedlung, versorgte.
Pfarrer Knabe teilte jedoch die Ansicht, „dass das Dorf seinen Namen von einer Quelle oder einem Bächlein hat, an dem die erste Ansiedlung stattfand. Das deutsche Wort „brodeln", laut- und sinnverwandt mit „sprudeln", findet sich auch im Altdeutschen und hat die Bezeichnung für alte Ortschaften gegeben. Ein solches Bächlein, das jetzt noch Brädelbach heißt, ist wirklich vorhanden. Folglich wird man auch die Reste der ersten Ansiedlung im Bereich dieses Baches zu suchen haben".
Eine weitere Deutung im Historischen Lexikon der Siedlungs- und Flurnamen von Wolfgang Jungandreas zeigt auf „villa pratalis = Ort mit Wiesenflächen", was sicherlich der damaligen Hauptnutzung des Ortsumlandes entspricht.
So belassen wir es vorerst mit der Übersetzung und Deutung als
„Landgut in den Wiesen am brodelnden Bach im breiten Tal"

Karl-Josef Gilles

Die Geschichte der Gemeinde
Briedel bis 1816

- 1250 Jahre Briedel -

unter Mitarbeit von Albert Stölben

und einem Beitrag von Natalie Fatin

Trier 1998

 

Inhalt

Zum Geleit
(Ortsbürgermeister Norbert Schneiders)  9
(Dr. Reiner Nolden, Leiter der Arbeitsgemeinschaft für Landesgeschichte und Volkskunde des Trierer Raumes) 10
 
Vorwort des Verfassers 11
 
Vorgeschichtliche Spuren in Briedel 13
  siehe auch: geschichte-frueh  
     
Briedel zur Zeit der Römer 18
Briedel im frühen und hohen Mittelalter  
  Die erste urkundliche Erwähnung von Briedel im Jahr 748 33
  Die Schenkung an das Kloster Neumünster im Jahre 893 34 *)
  Schenkungen an das Kloster St. Trond im 10. Jahrhundert 34
  Schenkungen des 12. Jahrhunderts 37
  Erste Schenkungen an das Kloster Himmerod im frühen 13. Jahrhundert 37 *)
       
Briedel im 14.-16. Jahrhundert  
  Die Kirche von Briedel wird dem Kloster Himmerod inkorporiert 38
  Die Vogtei von Briedel 39 *)
  Die Errichtung einer Ortsbefestigung um 1343 (siehe "Eulenturm") 40
  Die Stadtrechte von 1376 46
  Das Weistum von 1468  (siehe Abschrift) 49
  Die Sickinger-Fehde von 1522 52
  Das "Briedeler Fudermaß" (1528) 54
  Die erste Erwähnung der Weinlage "Herzchen" (1554) (siehe Urkunde) 55
  Die Unruhen der letzten Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts 56
  Der Überfall von 1595 56
       
Briedel im 17./18. Jahrhundert  
  Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) und seine Folgen 61
  Nach dem Westfälichen Frieden (1648) weitere Kämpfe an der Mosel 68
  Die Plünderug der Briedeler Kirche im Jahre 1650 70
  Neue Auseinandersetzung mit den Franzosen infolge des zweiten "holländischen Raubkrieges" (1672-1678) 72
  Der pfälzische Erfolgekrieg (1688-1697) und seine Auswirkungen 75
  Die Zerstörung der Ortsbefestigung im Jahre 1689 77
  Die Zeit des Spanischen (1701-1714) und Polnischen Erfolgekrieges (1733-1735) 81
  Briedel in der Mitte und 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts 86
  Briedel nach der Amtsbeschreibung von 1784 90
  Verwaltung und Finanzen der Gemeinde Briedel insbesondere während des 18. Jahrhunderts 95
  Die Briedeler "Polizeiordnung" des späten 18. Jahrhunderts 101
  Entwurf einer Schöterordnung 111
  Grenzstreitigkeiten des 16. bis 18. Jahrhunderts 112
  Wirtschaft und Weinbau 114
  Juden in Briedel 116
  Auswanderungen nach Ungarn (1786-1788) (siehe: Auswanderer) 118
  Das Verbot der "schlechten" Rebsorten im Jahre 1787 (siehe Verordnung) 118
  Die Steuerlisten des 17. und 18. Jarhunderts 121
  Handwerker in Briedel während des 17. und 18. Jahrhunderts 166
  Das Landmaß von 1719 174
  Die Einwohnerschaft von Briedel 182
  Die Häuserliste von 1788 (1784) 187
       
Besitztümer in Briedel während des Mittelalters und der Neuzeit  
  Geistlicher Grundbesitz in Briedel 195
  Güter der Frühmesserei in Briedel, der Kirchen und Kapellen des Amtes Zell 215
  Ritterschaftlicher Grundbesitz in Briedel 216
      
Die Kirche von Briedel 231
  Pfarrer (Pastöre) von Briedel 237
  Frühmesser von Briedel 239 *)
  Die Ausstattung der Kirche und ihre sakralen Geräte 241
  Die Deckenmalereien des Franz Freund in der Kirche von Briedel  (von Natalie Fatin) 247
       
Bildungswesen in Briedel (16. - Anfang des 19. Jahrhundert)  
  Die Schule von Briedel  (siehe die Volksschule) 261
  Lehrer in Briedel 263
  Studenten aus Briedel 264
  "Bedeutende" Briedeler 264
  Geistliche aus Briedel 270
      
Familien in Briedel (bis 1816) 273
  Einflußreiche Briedeler Familien im 16. - 18. Jahrhundert 277
  Hausmarken des 17. und 18. Jahrhunderts 295
  Im 19. und 20. Jahrhundert genutzte Hausmarken nach H. Knüsli und Hitzel (siehe: Hausmarken) 303
  Grab- und Wegekreuze des 17. und 18. Jahrhunderts 304
      
Briedel in der Franzosenzeit (1794 - 1814)  
  Das Ende des Trierer Kurstaates (siehe: Franzosenzeit) 328
  Briedel von von französischen Revolutionstruppen besetzt 330
      
Briedel unter habsburgisch-bayrischer Verwaltung (1814-1815) und der Neubeginn unter den Preußen 341
       
Listen und Übersichten  
  (Kur)trierische Erzbischöfe / Kurfürsten 343
  Beamte des kurtrierischen (Ober-) Amtes Zell 344
  Beamte des französischen Kantons und des preußischen Kreises Zell 347
  Kurtrierische Schultheißen von Briedel 349
  Zender / Bürgermeister von Briedel 350
  Vorsteher von Briedel 353
  Gemeindeschreiber von Briedel 354
  Gemeindebote, Gemeindeförger, Gemeindebäcker, Gemeindehirt, Almosenmeister, Kirchenmeister 354
  Gerichtsschöffen von Briedel 356
  Gerichtsschreiber in Briedel 359
  Wachtmeister in Briedel 360
  Notare in Briedel 360
  Rektoren auf der Marienburg 361
  Kapläne auf der Marienburg 361
  Erimitenbrüder auf der Marienburg 361
  Senschöffen (Synodalen) von Briedel 361 *)
       
Übersicht zu Münzen, Maßen und Gewichten 364
       
Abkürzungen und abgekürzt zitierte Literatur 365
       
Abbildungsnachweis 367
       
  *) = siehe zu diesem Thema auch Aufsätze im Kreisjahrbuch  
       
  Das Buch kann bei der Tourist-Information erworben werden.  

Wappen der Gemeinde Briedel (Mosel)

Wappen Briedel

Wappenbeschreibung:
In Silber ein rotes Kreuz, bewinkelt im ersten und vierten Felde von grünen Rankenornamenten, im zweiten durch die Buchstaben BR und im dritten Feld eine grüne Weintraube.
 
Begründung:
Als Vorlage für das Gemeindewappen diente das Schöffensiegel von 1518. 
Das Kreuz deutet auf den Landesherrn, den Kurfürsten und Erzbischof von Trier. 
BR sind die Anfangsbuchstaben des Ortsnamens. 
Die Traube erinnert an eine der ältesten Weinbaugemeinden im Moseltal und den noch heute betriebenen Weinbau. 

Die alte Siegelumschrift lautet:
"SIGILLVM. SCABINORUM. IN.BREDEL. 1518"
(LHAKO, Best.96, Nr. 1368)
 
Genehmigung:
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 4.1.1954 die Wiedereinführung eines Gemeindewappens auf Basis des alten Schöffensiegels beschlossen.
In der Sitzung vom 8.11.1955 wurde der Entwurf von Dr. Bruno Hirschfeld, Koblenz angenommen und beim Innenministerium um Genehmigung nachgesucht.
Das Staatsarchiv Koblenz bestätigt mit Schreiben vom 23.10.1956, dass gegen den Wappenentwurf weder aus historischen noch heraldischen oder künstlerischen Gründen Bedenken erhoben werden.
 Die Genehmigungsurkunde wurde am 1.2.1957 vom rheinland-pfälzischen Innenministerium in Mainz ausgestellt.

 

gerichtssiegel