Katholische Frauengemeinschaft Briedel

Die Katholische Frauengemeinschaft Briedel wurde am 19. November 1919, dem Fest Maria Opferung, auf Initiative von Pastor Bernhard Holtkamp als

„Bruderschaft der christlichen Mütter"

unter Anschluss an die „Erzbruderschaft der christlichen Mütter in Regensburg" an der Pfarrkirche zum heiligen Martinus in Briedel errichtet.
Die Ursatzung nennt uns u.a. das gemeinschaftliche Gebet und der öftere Sakramentenempfang, belehrende Unterweisungen und Werke der Barmherzigkeit als Hauptzweck.

Neben dem Vorstand mit seiner Vorsitzenden fungiert der jeweilige Pastor der Pfarrgemeinde St.Martin Briedel als „Präses", als geistlicher Leiter.

Ziel des Müttervereins, wie er viele Jahre lang im Ort genannt wurde, war damals neben der verstärkten Bindung an die katholische Kirche durch die Förderung des Gebetes die gegenseitige Unterstützung und Hilfe in den armen Nachkriegsjahren. Auch sollten die vielen alleinerziehenden Mütter, das waren die Kriegerwitwen mit kleinen Kindern, eine christliche Anlaufstelle haben, wo sie auf Hilfe, zumindest aber auf moralischen Beistand hoffen konnten, denn die Gemeinde Briedel hatte im I. Weltkrieg den Tod vieler junger Väter zu beklagen. Die ausgefallenen Ernährer und eine hohe Arbeitslosigkeit trafen besonders die jungen verwitweten Mütter, die dadurch teilweise unter großer Armut und Hunger zu leiden hatten. Kochkurse mit Tipps, wie man mit den wenigen verfügbaren Lebensmitteln noch eine sattmachende Mahlzeit für die Kinder zaubern konnte, waren denn auch die ersten Angebote der jungen Gemeinschaft. Gemeinsames Beten, aber auch das gesellige Angebot gehörten von Anfang an dazu. Hier konnten sich die Frauen „untereinander" einmal ein paar Stunden entspannen und wieder Lebensfreude tanken. Der Besuch von Gaststätten oder gar Tanzveranstaltungen war zu der Zeit für Frauen ohne männliche Begleitung ja noch fast tabu.

Die Tätigkeitenkeiten der kirchlichen Vereinigungen wurden im Dritten Reich stark eingeschränkt. So schrieb der Pastor 1941 in seiner Chronik „Der Mütterverein als solcher darf nicht mehr eigens eingeladen werden, sondern alle Mütter und Frauen wurden eingeladen. Die Beteiligung an dem Vortrag war recht gut". 1951 wurde die Erzbruderschaft unter der Bezeichnung „kfd - Katholische Frauengemeinschaften Deutschlands" wiederbegründet und auch die Briedeler Gruppe nahm ihre Tätigkeit, hier noch als „Mütterverein", wieder auf. Wie der Name schon aufzeigt, war es ein Verein von Müttern. Unverheiratete Frauen hatten in den frühen Jahren noch keinen Zugang zu der Gruppe. Der Eintritt errfolgte i.d.R.nach der Geburt des ersten Kindes. Die frühen Mitgliederverzeichnisse nennen überwiegend nicht den Vornamen der Mutter, sondern der Vorname des Mannes wird aufgeführt, als ob dieser das Mitglied wäre. Erst mit den Änderungen der gesetzlichen Ehestandsregelungen und dem Fortschreiten der Emanzipation änderte sich das und die Mitglieder wurden mit ihrem eigenen Namen aufgeführt. Später treten die Frauen oftmals schon gleich nach der Hochzeit bei, bis dann heute auch schon unverheiratete Frauen als Mitglied aufgenommen werden. Die 1968 erfolgte Umbenennung in Katholische Frauengemeinschaft Briedel trägt diesen Veränderungen auch im Namen Rechnung.

Gesellige Veranstaltungen wie Tagesausflüge, Wanderungen, Kaffeklatsch, Karneval, Tombola etc. zeugen noch heute von einem regen Vereinsleben dieses derzeit mit über 200 Mitgliedern größten Ortsvereins. Informations- und Schulungsveranstaltungen sind aufgrund fehlenden Bedarfs und mangelnder Inanspruchnahme zurückgegangen. Demgegenüber steht heute ein starkes Engagement in der Seniorenbetreuung. Neben der jährlichen Durchführung des Seniorentages in Zusammenarbeit mit der Gemeinde werden gemeinsam mit dem Caritas-Helferkreis monatliche Begegnungsnachmittage für die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger veranstaltet.

Heute ist die kfd Briedel Mitglied/Untergliederung des kfd-Diözesanverbandes Trier eV und über diesen Mitglied im kfd-Bundesverband. Die enge Bindung an diesen Verband der Katholischen Frauengemeinschaften Deutschlands dient auch dem Zweck, Informationen über überörtliche und andere Aktivitäten von Frauengemeinschaften zu erhalten um das rege Gemeinschaftserlebnis weiterhin abwechslungsreich und überzeugend gestalten zu können.

Ein weiterer Schwerpunkt heute sind die vielen Aktivitäten mit und rund um die Pfarrgemeinde. Beispielhaft sei hier nur an die monatlichen Frauenmessen, die Maiandacht, den Weltgebetstag sowie an den Seniorennachmittag erinnert. Bei der jährlichen Grundreinigung von Pfarrkirche und Pfarrheim sind die Frauen aktiv dabei. Auch im Arbeitskreis der Briedeler Ortsvereine arbeitet die KFG engagiert mit. Erlöse der Tombola und sonstige Erträge werden für wohltätige oder kirchliche Zwecke investiert.

Die Vorsitzenden

1919 - 1930 Sybilla Gippert geb. Otten
1930 - 1951 Gertrud Staudt geb. Gippert
1951 - 1954 Rosa Feit
1954 - 1984 Ida Gippert geb. Menke
1984 - 2000 Heidi Reis mgeb. Fischer
2000 - 2008 Annemarie Gippert geb. Schmitz
2008 - Erika Rees geb. Dorwo

Die Präsiden

1919 - 1940 Pastor Bernhard Holtkamp
1940 - 1950 Pastor Wilhelm Hebler
1950 - 1960 Pastor Leo Scheid
1960 - 1968 Pastor Josef Knabe
1968 - 1970 Pastor Johannes Neumann
1971 - 1986 Pastor Klaus Zwirtes
1986 - 1989 Pastor Thaddäus Krause
Pastor Elimar Weibler (vertretungsweise)
1989 - 2003 Pastor Julius Meffert
2003 - 2011 Pastor Axel Huber
2011 - Pastor Paul Diederichs